Keimen                          
Gedichte von Andreas OttigerAmmann

Die Welt ist ein Spiegel
Nebel
Zum Jahreseinklang 2007
Zeitenwechsel

 




Die Welt ist ein Spiegel
der eigenen Gedanken und Gefühle.
Ändern sich die Gedanken und Gefühle,
ändert sich im Gleichschritt die Welt.

 

 

Nebel

Nebel beginnt zu lichten
hauchfeine weiße Kristalldornen 
überziehen Bäume, Gräser und Büsche
diffus erkennbares Licht, heller werdend
lässt die Konturen einer weiß gekleideten Natur hervortreten
Gefühle weckend, die keine Worte kennen
anregend das Herz
berührend das innere Lachen, die eigene Freude
 
Der Himmel öffnet sich
zartes Blau durchdringt das heller werdende Weiß
zeugt von einer anderen Welt
jenseits der Nebel
jenseits des diffusen Lichtes
 
Nebel beginnt zu verdichten
Grau legt sich ins weisse Licht
die Konturen verschwinden
mehr und mehr
im Herzen bleibt die Freude dieser kurzen Öffnung
lässt erblühen
ein klares tiefes Wissen und Erkennen
in uns und um uns ist Licht
ist Freude, ist Liebe
in Weisen
jenseits aller Worte
jenseits aller bekannten Gefühle
berührt es unsere Welt
ohne erkannt zu werden
 
Nebel beginnt zu lichten
freudig beobachten die Augen
still lauschen die Ohren
Gedanken fragen:
sind sie bereit
zu erkennen, was jenseits der Nebel liegt
sind sie offen
für das Licht, die Gefühle,
die Weisen einer erweiterten Welt
 
Innere Freude berührt
Inneres Lachen beglückt
Sinne und Gefühle
Gedanken und Taten
 
bereit loszulassen
alte Betrachtungsweisen
bereit einzugehen
in ein Sein das immerwährend
um uns und in uns gewesen ist
bereit
es jetzt zu erleben
 
Nebel lichtet sich
sachte wird es heller
sachte zeigt sich wieder Grau
ein Vor und Zurück
in sich tragend
eine Geburt in erweitertes Sein
 
Nebel verdichtet sich
Licht entschwindet in der Dämmerung
Dunkelheit legt sich in das Grau
die Nacht des 21.12.2007 berührt die Sinne
Einkehr
Ruhe mit sich bringend
berührend
das innere Licht
die innere Freude
das losgelöste Lachen
 
Die längste Nacht
neigt sich dem Ende zu
Morgendämmerung mischt sich in das Grau
Nebel wirkt
und
Nebel beginnt sich zu lichten
 
Ein weiterer Morgen entfaltet sich
in sich tragend
das Potential
die Grenzen der Nebel zu überwinden
zulassend
das Licht
die Freude
die Liebe
einer anderen
einer erweiterten
einer immer mit uns gewesenen Welt
 
erkennend
ihr Sein und ihr Wirken
berührend
die Sinne und das Herz

 

 

 

 

zum Jahreseinklang 2007

Zu finden
die Schatztruhen des eigenen Herzens   
die Freude am eigenen Lebenslauf
die Früchte der eigenen Taten
allein jeder für sich oder gemeinsam mit anderen
lässt unerkannte Türen weit sich öffnen

ohne Worte zu benutzen
wird der Wind davon erzählen
werden die Regentropfen davon künden
wird die Sonne ein wenig heller leuchten


Zu begegnen
den Reichtümern deines Herzens
den Freuden deines Lebenslaufes
den Früchten deiner Taten

sei es in einem Windhauch
sei es in einem Wassertropfen
oder ein Blick in deine Augen
wird mein ganzes Herz erfüllen 

so freue ich mich
dir im neuen Jahr zu begegnen
so oder so
es wird mit Freude und in Liebe sein




Zeitenwechsel

Eine Zeit –
(Welche Zeit?) –
neigt sich dem Ende zu.

Nirgends erscheint eine Wegmarke,
keine Anzeige,   
wo sie endet – wo sie beginnt.

Unsichtbar wechselt sie ihre Kleider
abgestreift
dem reinigenden Feuer des Vergangenen übergebend. 

 

Nackt – offen – frei
im Wind und Wetter der Gegenwart mitschreitend,
lösen sich altbewährte Handlungsweisen,
wohlbekannte Ansichten und Erkenntnisse,
in reinigender Weise von Haut und Haar. 

 

Lösgelöst – (frei?) –
erquickt durch reinigende Lüfte und Wasser,
verwirbelt Altgedachtes und Altbekanntes,

mit frei fließenden Empfindungen
und spülen fort,
- in anregend wirbelnden Strudeln -,
hartnäckige Strukturen vergangenen Wirkens. 

 

Eine Zeit –
(Welche Zeit?) –
neigt sich dem Anfang zu.

Unbemerkt beginnend –
nirgends erkennend,
wirft sie unablässig näher kommend ihre Ideen aus.

Und es ergeht der Augenblick,
da regen sich die Sinne –
manchmal unbemerkt –
manchmal zum Erbarmen erzitternd –
und öffnen - 
freudig erregt oder angstvoll erschaudernd –
Tor und Tür,
strecken aus
ihre Fühler
und ziehen zurück – ziehen an –
die frisch gefertigten Kleider,
neu zugelassener Absichten und Wünsche. 

 

Zeit für Zeit
in dieser Zeit

 

 

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