19.02.2007

ERSCHAFFUNG DER EIGENEN REALITÄT


Die Erschaffung der eigenen Realität ist aufs engste verbunden mit dem eigenen Wirken und Tun, mit der eigenen inneren Haltung, den eigenen akzeptierten Vorstellungen darüber, was sein kann und was nicht, und mit den eigenen Glaubenssätzen. Sie sind es, die die eigene Realität miterzeugen und mitprägen. Wir sind in einer Realität am Mitwirken, die auf Resonanz, auf Harmonie beruht. Jeder Mensch schwingt in einer ihm persönlichen Weise im Ganzen mit. Jeder Gedanke, jedes Gefühl erzeugt Schwingung. Gemeinsam erzeugen sie eine für jeden Menschen charakteristische eigenständige Melodie. Mit den inneren Bildern und Vorstellungen nähren wir andauernd unsere eigene Melodie, erweitern wir sie oder schränken sie ein. Diese Melodie schwingt mit jedem Menschen mit, wo immer er hingeht, ist seine Musik um ihn. Treffen wir auf andere Menschen (andere Melodien), gehen wir automatisch mit dem in Resonanz, was mit diesen Menschen ist. Ähnliche Melodien ergänzen einander, andersartige Kompositionen werden von der eigenen Melodie überlagert. Dies erzeugt den Umstand, dass wir oft nur diejenigen Teile unserer Umwelt aufnehmen und zu erkennen vermögen, die mit unseren inneren Werten in Resonanz sind.


Ein Beispiel:

Jeder Mensch trägt in sich einen Pessimisten und einen Optimisten (dies ist bereits ein Glaubenssatz und da ich ihn zurzeit als wahr erkenne, zeigt er sich auch in seiner vollen Wahrheit).

Ist jemand in der Stimmung eines Optimisten und schwingt und vibriert er innerlich in dieser Weise, ist es ein automatischer Vorgang, dass er mit den optimistischen Schwingungen in seiner Umgebung in Resonanz treten wird.
Dadurch nimmt er von seiner Umwelt – seiner Realität – vor allem die Aspekte wahr, die mit der Optimistenschwingung kongruent gehen. Ist diese innere Haltung gefestigt und dominant in ihrem Sein, wird mehr und mehr diese Seite bei allen Mitmenschen erkenn- und wahrnehmbar werden. Die pessimistische Seite ist trotzdem bei allen Mitmenschen ebenso vorhanden, doch sie wird nicht oder kaum wahrgenommen.

Die innere Haltung eines jeden Menschen erzeugt einen meist unbewussten Filter, durch den die Umwelt betrachtet und wahrgenommen wird. Entsprechend färbt dieser Filter das Wahrgenommene und tritt wie von allein mit seinesgleichen in Resonanz.

Die Mitmenschen eines Optimisten zeigen eher die „Masken“ eines Optimisten als die eines Pessimisten. Oder anders herum betrachtet, legt der Betrachter automatisch dem Betrachteten eine „Maske“ über, die mit dem übereinstimmt, was er im Inneren glaubt, fühlt und selber zum Ausdruck bringt.

So können ein Optimist und ein Pessimist nebeneinander stehen, die gleiche Realität betrachten – und jeder wird, gefärbt durch sein Sein, eine andere Realität sehen beziehungsweise erschaffen.
Der Pessimist wird im Optimisten den ebenso vorhandenen Pessimistenanteil hervorlocken und sehen, hören, fühlen und riechen.
Der Optimist wird im Pessimisten viele optimistische Grundzüge erkennen und auf diese reagieren.

Dies ist die alles überragende Illusion.
Wir selber überziehen eine „neutrale“ Realität andauernd mit unseren inneren Bildern, Vorstellungen und Glaubenssätzen und entsprechend wird für jeden Einzelnen eine persönlich gefärbte Realität entstehen, die für ihn wahr, richtig und stimmig ist. Auf sehr profunde Weise widerspiegelt die erkannte Realität sehr treffend die eigenen Wertvorstellungen und inneren Haltungen.
Und jeder Einzelne reagiert auf seine persönliche Realität, was nichts anderes heisst, als dass er auf seine eigenen inneren Bilder und Vorstellungen reagieren wird – meistens nicht bemerkend, wie er diese Bilder im Aussen erzeugt und wie sie sein Leben von Aussen her mitprägen und mitgestalten.

Nachfolgend wollen wir dies weiter ausführen:

Auf den Lebensraum der gesamten Erde bezogen gibt es:

Die „neutrale“ Realität der Erde.
Die „neutrale“ Realität der gesamten Menschheit.
Die „neutrale“ Realität eines Volkes, einer Religionsgemeinschaft, einer Nation und viele weitere „neutrale“ Realitäten.

In diesen neutralen Realitäten sind alle Dinge, alle Gefühle, alle Gedanken, ist alles, was möglich ist, in ausgewogener Weise vorhanden und am Mitwirken, am Mitprägen, am Mitgestalten. Alle Gefühle sind vorhanden, jedes Gefühl schwingt in seiner vollen Bandbreite in diesen Realitäten mit. Ohne irgendeinen Anteil auszublenden, sind alle Aspekte aller Gefühle am Mitschwingen. Alle geistigen und intellektuellen Möglichkeiten sind mit dabei, ohne dass irgendeine Idee stärker bewertet oder beachtet wird als irgendeine andere Idee.

Die neutralen Realitäten sind erfüllt mit allen möglichen Potentialen, die in einer Gruppe, in einem Volk, in der Menschheit der gesamten Erde zum Ausdruck gelangen könnten. Jedes Potential ist gleichwertig gegenüber allen anderen.

Diese neutralen Realitäten sind sozusagen der Ausgangspunkt, die Rohform, das Gerüst, der Rahmen, in welchem neue Möglichkeiten zum Ausdruck gebracht werden können. Sie sind der Boden, in dem all die Samen angelegt sind, bereit, sich entsprechend dem Verlauf der „Schöpfung“ zu entfalten. Auf eine Weise oder auf eine andere Weise.

Nun erscheint in diesen neutralen Realitäten ein sich selbst bewusster Geist (Licht), ein sich selbst bewusstes Gefühl (Liebe), verkörpert durch den Menschen. Die neutralen Realitäten sind bereit, all die Seiten von sich entfalten zu lassen, denen Beachtung geschenkt werden wird. Die Menschen, die sich in diese neutralen Realitäten hineinbegeben, erkennen von Anfang an nur diejenigen Facetten dieser Realitäten, die mit ihren eigenen inneren Bildern und Vorstellungen im Einklang sind.

Wäre eine frisch auftauchende Menschengruppe in sich neutral, würde sie die noch unberührte, paradiesisch anmutende neutrale Realität der Erde in ihrer gesamten Vielfalt wahrnehmen können. Noch keine Seite wäre ausgeprägt, weder die gute, noch die schlechte, weder die helle, noch die dunkle. Alles wäre in sich gleich wichtig, gleich wertvoll, gleich bedeutend.

Durch die Freiheit der Menschen, selber über ihre Gedanken und Gefühle bestimmen zu können, wird es ihnen möglich, umgehend in diesen neutralen Realitäten individuelle Realitäten zu erzeugen, die diejenigen Werte aufscheinen lassen, die ihnen wichtig und für sie bedeutungsvoll sind.

Jede Gruppe beginnt, ihre eigene Realität auszugestalten, auszuschmücken, mit dem, was ihr lieb und teuer ist. Unbemerkt beginnen die Gruppen dadurch, einige Facetten der Realität auszuklammern – individuelle Gruppenrealitäten entstehen, die ihren ureigenen Gesetzmässigkeiten folgen werden.

In jeder Gruppenrealität wird wiederum jeder einzelne Mensch eine individuelle persönliche Realität erzeugen – meistens nicht erkennend, dass er dies tut.

Weil die neutralen Realitäten alle möglichen „Masken“ für jeden Gedanken, jedes Gefühl bereits in sich tragen, ist es ein Leichtes, die entsprechenden Masken für jedes Gefühl und jeden Glaubensinhalt entstehen zu lassen.
Es wird möglich, dass jeder Mensch, jede Gruppe, jedes Volk, jede Religion eigenständige „Wahrheiten“ in den eigenen Realitäten aufscheinen lassen kann, die dem eigenen Gedanken- und Gefühlsgut entsprechen, und es ist auch so - was sie als wahr erkennen werden, ist wahr.

Jedoch irgendwann in der Entwicklung des Erschaffens von individuellen Realitäten wird ein Moment kommen, in dem erkannt werden kann, dass wir uns unsere Wahrheiten selber erschaffen - und dass sie wandelbar sind.
Ab einem solchen Moment wird es möglich, erst recht die Vielfalt der möglichen Schöpfungen zu erkennen, wird es möglich, viele Masken und Wahrheiten auf einmal zu sehen und zu fühlen, und es wird möglich, ganze Spektren von Wahrheiten als Wahrheiten zu erkennen, die aus ein und demselben „neutralen“ Sein heraus entstanden sind. Von einem solchen Bewusstseinsmoment an wird es möglich werden, bewusst seine eigene „neutrale“ Realität zu erschaffen, die in sich das Bewusstsein trägt, dass es jederzeit möglich ist, alle Facetten von Realität zu überblicken und dass ausgewählt werden kann, mit welchen Facetten der gegebene Moment ausgefüllt werden soll.


Ein anderes Beispiel:
Es herrscht Winter über dem Land und leise rieselt der Schnee…

Für den einen ist dieser Schneefall ein Ärgernis, weil dadurch die Strassen blockiert worden sind.

Für einen anderen ist es ein freudiges Ereignis, seine Stimmung hellt sich auf, innere Bilder von einer Wanderung über weite weisse Landschaften erhellen sein Gemüt.

Für wieder einen anderen bringt der Schnee Arbeit und Verdienst. Schneepflügen ist angesagt, Skilifte können in Betrieb genommen werden.

Für einen nächsten beginnt ein langes Warten. Leise seufzend sehnt er sich in stiller Geduld nach den wärmenden Strahlen einer hoffentlich bald kommenden Frühlingssonne.

Für einen weiteren melden sich Ängste, denn der geliebte Partner ist mitten im Schneegestöber mit dem Auto unterwegs.

Für noch einen anderen offenbaren sich wieder einmal die Wunder der Natur. In stiller Freude folgen seine Augen den anmutig fallenden Schneeflocken, hören seine Ohren den leisen rieselnden Klang von aufeinander fallenden Eiskristallen.

Dem gleichen neutralen Ereignis wird von jedem Einzelnen durch seine inneren Bilder ein persönlicher Anstrich verliehen, der unverwechselbar sein eigenes Innenleben widerspiegelt und im gleichen Atemzug die eigene Realität miterzeugt.

Von Moment zu Moment.
Tag und Nacht.

AnOA
Andreas OttigerAmmann
Feldheim 1
CH-6027 Römerswil, Schweiz
www.multidimensional.ch
041 910 48 33

 

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