MULTIDIMENSIONALE BETRACHTUNGSWEISEN 16.08.2008
Kann eine multidimensionale Wirklichkeit für den Menschen wahrnehmbar werden?
von Andreas OttigerAmmann
Die Antwort ist ein klares deutliches Ja, mit einer «kleinen» Einschränkung: Die Wahrnehmung ist abhängig vom Betrachtenden, das heisst, die Wahrnehmungsfähigkeit hängt davon ab, welche inneren Bilder, Vorstellungen, Gedanken und Gefühle der Betrachtende in sich kultiviert hat.
Ist eine multidimensionale Wahrnehmungsfähigkeit nicht kultiviert worden, ist es fast unmöglich, diesen Bereich in der Umwelt wahrzunehmen, einfach deshalb, weil die entsprechenden Wahrnehmungsstrukturen im Hirn wie auch im Denken und im Empfinden nicht aktiviert sind.
In der westlichen Kultur nimmt das Thema Multidimensionalität eine sehr untergeordnete Stellung ein, deshalb ist das Potential, diese Ebenen wahrzunehmen, bei den meisten Menschen inaktiv und liegt brach.
In dieser Betrachtung wollen wir aufzeigen, wie die aktivierten Wahrnehmungsstrukturen, sei es im Gehirn (Gedanken), sei es im Herzen (Gefühle), massgeblich bestimmen, was wir von unserer Umgebung wahrzunehmen vermögen.
Dazu eine Aussage: «Der Betrachter nimmt von der Umwelt nur diejenigen Anteile wahr, welche mit seinem inneren Gedanken- und Gefühlsgut in Einklang sind.»
Die Neurologen haben bei ihren Forschungen deutliche Hinweise gefunden, wie diese Wechselwirkung (innen–aussen) die Wahrnehmungsfähigkeit markant beeinflusst. Ist zum Beispiel ein Gehirnareal, welches für ein bestimmtes Gefühl zuständig ist, nicht aktiviert, kann dieses Gefühl im Aussen nicht erkannt werden.
In einem Experiment führten die Forscher den Probanden Videoaufnahmen vor, bei denen Menschen an stinkenden Substanzen rochen und danach ihr Gesicht vor Ekel verzogen.
Dazu ein Zitat aus dem GeoKompakt Nr. 15: 1
«… Obwohl die Testpersonen keinerlei Geruch ausgesetzt waren, aktivierte allein der Anblick des Filmes das Ekelzentrum in ihrem Gehirn – so als hätten sie die Situation persönlich erlebt. Dagegen konnten Personen, deren Ekelzentrum durch einen Schlaganfall geschädigt war, weder Ekel empfinden noch die Übelkeit im Ausdruck anderer Menschen ausmachen.
Ähnliches wiesen Neurowissenschaftler für das Schmerzempfinden nach. …»
Die letzten zwei Sätze weisen darauf hin, wie viel ein Mensch aus sich heraus wahrzunehmen vermag. Sie zeigen auf, dass nur diejenigen Aspekte, die im Innen aktiviert bzw. aktivierbar sind, im Aussen wahrgenommen werden können. Dies reicht von sehr groben Abstufungen (Ekel) bis hin zu sehr feinen Abstufungen. Eine feine Abstufung ist beispielsweise, wenn jemand in sich das Gefühl des Angenommen-Werdens nicht aktiviert hat - es ist ihm dann nicht möglich, dieses Gefühl bei anderen Menschen zu erkennen.
Wenn jemand in sich ohne Mitgefühl ist, kann er das Mitgefühl im Aussen nicht erkennen, er ist in diesem Bereich wie «blind» oder «taub» - seine Wahrnehmungssensoren bleiben stumm und reagieren nicht, wenn entsprechende Signale ausgesendet werden. Er kann mit dieser «Gefühlsschwingung» nicht in Resonanz treten.
Somit kann definiert werden:
Die Art und Weise, wie wir wahrnehmen, ist geprägt durch das, was wir im Innen kultivieren, durch das, was wir im Geist und in den Gefühlen aktiviert haben.
Dieser Aspekt wird wichtig, wenn es darum geht, «Neues» erkennbar werden zu lassen. Etwas Neues (zum Beispiel Multidimensionalität) kann erst in seinem vollen Umfang erkennbar werden, wenn es im Innen aktiviert worden ist. Dies gilt für alle Bereiche, für den wissenschaftlich Forschenden, für den spirituell Suchenden oder für jemanden, der eine neue Sprache erlernt.
Durch dieses innere «Lernen» wird es möglich, mehr von der Umwelt wahrzunehmen.
Das heisst, dem in üblicher Weise tätigen Menschen entgeht viel von der Umwelt, weil er sich nicht darauf einstimmt, erweitert wahrzunehmen.
Somit gibt es im Aussen viele Bereiche, die für den durchschnittlichen Menschen nicht zu erkennen sind.
Dies bezieht sich auf alle Bereiche: auf das Farbenspektrum, das Gefühlsspektrum, das sensitive Spektrum, auf den Gedankenhaushalt usw.
Ein Beispiel: Eine Person kauft sich ein neues Auto und entscheidet sich dabei spontan für Marke und Typ. Von dem Moment an, in dem diese Person das neue Auto kauft und sich mit ihm identifiziert, aktiviert sie im Innen diesen Autotyp. Dieser Autotyp ist ihr vielleicht schon vorher begegnet, aber damals trat dieser Typ nicht in Erscheinung, er trat nur unbewusst als «Auto» unter vielen Autos hervor. Nachdem sie diesen Typ gekauft hat, wird dieser Autotyp für sie unweigerlich aus allen Autos hervorstechen und als «diese Marke mit diesem Typ» in ihr Bewusstsein treten. Plötzlich ist dieser Autotyp überall zu sehen.
Diese Wahrnehmungsausfilterung gilt auch für den Forschenden, der nur einseitige, auf der vorherrschenden Lehrmeinung der Wissenschaft beruhende Konzepte in sich trägt und entsprechend dieser Vorgaben das zu Erforschende betrachtet. Dadurch entgehen ihm unweigerlich viele andere Hinweise darauf, wie das zu Erforschende auch noch erkannt werden könnte.
Ein gutes Beispiel dafür, wie Dinge, die nicht zum erforschenden Bereich gehören, leicht übersehen werden können, zeigt das folgende Experiment der Psychologen Daniel Simon und Christopher Chabris von der Harvard Universität (gefunden im Buch «Das Auge», von Simon Ings).2
Den Probanden wurde ein Basketballvideo gezeigt und sie sollten sich darauf konzentrieren, welche Mannschaft häufiger den Ball spielt. Die meisten Probanden konzentrierten sich dermassen auf diese Aufgabe, dass ihnen derweil entging, wie während des Spiels eine als Menschenaffe verkleidete Person über das Spielfeld ging und zwischen den Spielern hindurchlief. Es entging ihnen sogar, wie dieser Affe stehen blieb und in die Kamera winkte. Sie sahen diese nicht zu erwartende Figur erst, nachdem sie sich das Video nochmals in einer entspannten Atmosphäre ansehen konnten.
Je mehr wir uns auf etwas konzentrieren, desto extremer wird unsere «Blindheit» gegenüber anderem.
So ist es mit allem. Zum Beispiel in einer Beziehung, sei es eine Partnerschaft, eine Freundschaft, eine Gemeinschaft: Solange die einzelnen Personen mit den anderen in Übereinstimmung sind, treten allfällige Ungereimtheiten nur undeutlich zum Vorschein und entschwinden umgehend wieder, ohne allzu viel Resonanz zu erzeugen. Verbreitet sich jedoch eine Missstimmung unter den Personen, treten sofort alle vorhandenen Unstimmigkeiten deutlicher in den Vordergrund und können nicht mehr übersehen werden.
Ein besonders markantes Beispiel ist die Zeit, in der zwei Personen frisch ineinander verliebt sind. In diesem Stadium ist alles, was vom Partner wahrgenommen wird, durch eine «rosarote Brille» gefärbt. Allfällige grau gefärbte Stimmungen werden automatisch ausgefiltert.
Die persönliche Wahrnehmungsbandbreite wird durch mindestens zwei Umstände geprägt.
Ein Umstand ist: So wie die Person im Innen gestimmt ist, so nimmt sie die Umwelt wahr.
Ein zweiter Umstand ist: So wie die Umwelt gestimmt ist, wirkt sie auf den einzelnen Menschen ein, und entsprechend prägt dies die innere Gestimmtheit der Person.
Es findet ein andauerndes gegenseitiges Angleichen und Ausgleichen statt.
Verändert sich eine Person, hat dies Auswirkungen auf ihre nähere Umgebung. Dieses Umfeld wird von diesen Veränderungen berührt. Treten weitere Personen mit diesen Ideen, Gefühlen, Strukturen, die allesamt Schwingungen erzeugen, in Resonanz und nehmen sie sie in ihren «Haushalt» auf, treten im Aussen diese Veränderungen noch deutlicher in Erscheinung.
Verändert sich die Umwelt (zum Beispiel, wenn der gesamte Raum der Erde in eine andere Schwingungsebene eintritt), hat dies Auswirkungen auf jede einzelne Person. Entsprechend einer inneren (vielfach noch unbewussten) Bereitschaft, sich diesen neuen Ebenen zu öffnen, sich auf sie einzustimmen, werden diese Bereiche für die betroffenen Personen nach und nach wahrnehmbar werden.
Wenn sich jemand (meistens unbewusst) diesen neuen Gegebenheiten verschliesst und sich abgrenzt, wird es länger dauern, bis das Neue für diese Person wahrnehmbar werden wird. Schottet sie sich (bewusst oder unbewusst) vehement von dem Neuen ab, wird es gar nicht in Erscheinung treten können.
All dies bedeutet nichts anderes als:
Will jemand sich selbst und seine Umgebung möglichst vollumfänglich wahrnehmen, gilt es, sich all dem zu öffnen, was er/sie selber ist und sich all dem zu öffnen, was in der Umgebung ist.
Jetzt wird es ganz knifflig. Sich all dem zu öffnen was ist, heisst auch, sich all den «Schattenseiten» seiner selbst zu öffnen. All das wieder zu betrachten, was vielleicht während Jahren oder Jahrzehnten mit grossem Bedacht unter Verschluss gehalten worden ist.
Aber um eine Welt so vollständig wie nur irgend möglich erkennen zu können, ist es notwendig, für «Alles» offen zu werden.
Ist jemand bereit, sich dem gesamten Spektrum seiner selbst zu öffnen, wird dies entsprechend das Spektrum dessen vergrössern, was er im Aussen zu erkennen vermag.
Je mehr ein Mensch sich seinen vielschichtigen Gefühlen öffnet, desto mehr nimmt er die Gefühle der anderen wahr – und kann mit ihnen mitfühlen.
Je mehr er zum Beispiel in Meditationen seine eigene Schwingung verfeinert, desto feinere Schwingung wird er im anderen und in der Umwelt zu erkennen vermögen.
Je mehr er jeden möglichen Gedanken in losgelöster Weise betrachten kann – ohne ihn besitzen oder manipulieren zu wollen –, desto freier und offener erkennt er die Gedanken in anderen – und kann sie lesen.
In dieser Art mit den Dingen sein, liegt ein Schlüssel, um die immerwährende Multidimensionalität, die mit uns und um uns ist, in ihrem Wesen noch deutlicher erkennen zu können.
Das Offensein für das Nichtvorstellbare wird diese Wahrnehmungsfähigkeit noch weiter verfeinern. Die bestehende Wirklichkeit wird noch durchlässiger werden und erweiterte Strukturen und Formen werden beginnen, ihre multidimensionalen «Schätze» offenzulegen.
Dies wird vor allem deshalb möglich, weil in den letzten Jahren im Aussen (im Raum der Erde) das Wesen der Multidimensionalität sanft und in stetig steigender Weise aktiviert worden ist.3 Wie viele Menschen sich auf das Abenteurer «MultidimensionalSein» einlassen werden, wird sich in der nahen Zukunft zeigen.
Anhang:
1: Aus dem Magazin GeomKompakt Nr. 15: Wie wir denken. Das Zitat stammt aus dem Artikel: Zellen, die uns menschlich machen. In diesem Artikel wird erklärt, was Spiegelneuronen sind und wie sie wirken. Der Artikel wurde von
Rainer Harf, 31 verfasst; er ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg.
2: Aus dem Buch «Das Auge», von Simon Ings, Seite 371, Hoffmann und Campe-Verlag, 2008.
3: Zu diesem Thema gibt es viele gechannelte Texte. Zum Beispiel von «Kryon», gechannelt durch Lee Carroll. Siehe in seinem Buch: Eine neue Epoche, Kapitel 11, Das interdimensionale Universum, vom Ostergaard Verlag, 2005, oder die englischen Texte im Internet unter: www.kryon.com, vor allem solche aus den Jahren 2003 bis 2006.
AnOA
Andreas OttigerAmmann
Bewusstseinsforscher
Feldheim 1
CH-6027 Römerswil, Schweiz
www.multidimensional.ch www.anoae.org
+41 (0)41 910 48 33
